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Die Attitude-Behaviour-Gap

Herzlich Willkommen zurück auf unserem Blog! Wir wollen dich hier nicht nur zum neuesten Projektstand von Try it! updaten und Learnings aus unserem Gründungsprozess mit dir teilen, sondern auch ab und zu über Wissenswertes aus z.B. den Themenbereichen Nachhaltigkeit oder Soziales berichten. 

Ich habe heute ein theoretisches Konzept aus der Umweltpsychologie (jetzt bitte nicht aufhören zu lesen, es ist spannender als es klingt, versprochen!) mitgebracht, die z.B. auch für unsere App relevant ist: Die sogenannte “Attitude-Behaviour Gap” oder auch “Intention-Behaviour Gap”. Mit der “Gap” versuchen Sozialforscher die Frage zu beantworten, warum es oft eine Diskrepanz gibt zwischen unseren Einstellungen oder Intentionen und unserem Handeln – sie erklärt also quasi die Wissenschaft hinter dem Phänomen der nicht eingehaltenen Neujahrsvorsätze.

Bereits Ende der 1960er Jahre konnten Wissenschaftler nachweisen, dass es leider in vielen Fällen einfach nicht reicht, die Einstellung von Menschen zu beeinflussen, wenn man will, dass sie ihr Verhalten ändern. Hier muss man jedoch anmerken, dass viele Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen ihre Strategie für öffentliche Kampagnen weiterhin auf die Idee basieren, dass es reicht, Menschen über ein bestimmtes Thema zu informieren, damit diese ihr Verhalten signifikant ändern. 

Wie schon erwähnt, spielt das Konzept der Attitude-Behaviour Gap besonders in der Umweltpsychologie eine wichtige Rolle. Ein gutes und sehr alltägliches Beispiel ist nachhaltige Ernährung: Obwohl man prinzipiell bio, regional und verpackungsfrei befürwortet und sich vielleicht sogar vorgenommen hat, den Fußabdruck seiner Ernährung zu reduzieren, steht man am Ende doch Im Supermarkt und kauft die in Plastik eingepackten Maracujas aus Südamerika. Das kann natürlich unterschiedliche Gründe haben: Oft sind Bioprodukte eher teurer (obwohl der Preisunterschied mittlerweile oft gar nicht mehr so groß ist!), man hat seine Obst- und Gemüsenetze Zuhause vergessen oder hat einfach spontan Lust auf ein Produkt, was in Deutschland gerade leider einfach nicht in Saison ist. 

In Zahlen ausgedrückt sieht das so aus: 30% der deutschen Konsumenten haben generell eine positive Einstellung zu ethischen, umweltfreundlichen Produkten aber nur 3% setzen diese Einstellung auch in Kaufentscheidungen um. 

Dass die Attitude-Behaviour Gap ein Problem ist, ist den meisten wahrscheinlich klar. Aber wie kann man dagegen anarbeiten, bei sich selbst und bei Anderen? Hier sind ein paar Vorschläge von Prof. Dr. Peter M. Gollwitzer, einem Professor der Sozialpsychologie an der New York University, wie man seine eigene Attitude-Behaviour Gap austricksen kann:

  1. Wenn-Dann-Pläne machen – es hilft, sich sehr konkrete Pläne zu machen wann, wo und wie man auf eine bestimmt Art handelt um sein Ziel zu erreichen. Z.B., wenn man auf seinen Stromverbrauch achten möchte: “Wenn ich heute abend das Büro verlasse, achte ich darauf, dass ich alle Geräte ausschalte.”
  2. Pläne öffentlich machen – wenn man auf Social Media oder in seiner Freundesgruppe ankündigt, dass man z.B. den nächsten Monat jeden Tag joggen gehen möchte oder auf Fleisch verzichtet übt das automatisch einen gewissen Druck aus, wobei das soziale Umfeld eine Kontrollfunktion einnimmt. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass man das Vorhaben auch durchzieht.
  3. Self-Monitoring – auch hilfreich ist es, sich selbst regelmäßig zu kontrollieren. Z.B. könnte man sich einmal in der Woche aufschreiben, was man schon erreicht hat und es mit dem vergleichen, was man sich vorgenommen hat. 

Alle diese Strategien haben die Gemeinsamkeit, dass sie eine Art Verbindlichkeit erzeugen, und an der Stelle möchte auch unsere App ansetzen. Wir wollen dir Ideen und Denkanstöße geben, damit du neue Dinge ausprobierst und dich aus deiner Komfortzone begibst. Außerdem informiert die App nicht nur über deinen Impact und belohnt für gemeisterte Challenges, sondern gibt auch konkrete Wenn-Dann-Pläne vor (z.B. “eine Woche lang mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren”) und motiviert dich über dein soziales Try it! – Netzwerk.

Die Attitude-Behaviour Gap ist nur eine wissenschaftliche Grundlage für unser Projekt. Eine andere ist das Konzept der Gamification, über das wir in zwei Wochen einen weiteren Blog Post veröffentlichen werden. Bis dahin freuen wir uns darüber, wenn du unseren Updates im Blog und auf Social Media folgst!

 

Dein Try it! Team